Es klingt, wie ein frommer, ein zum Himmel gerichteter Wunsch. Der #monatsspruch für den #juli26 zitiert den Propheten Amos:
Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Amos 5,24
Diese Worte sind jedoch keine frommen Wünsche eines Menschen, die Gott bitten, himmlische Schleusen zu öffnen, um Gerechtigkeit über uns auszugießen. Im Gegenteil. Es sind sehnsuchtsvolle Worte Gottes, an uns Menschen gerichtet. Gott macht in den Versen des Kap 5, 21-24 deutlich, dass er unsere Lieder und Gottesdienste verabscheut, wenn sie nicht einhergehen mit gelebter Gerechtigkeit.
Das Bild zeigt zwei Schaukästen aus unserer Ausstellung in der Werkstatt Bibel. Im linken Fenster sind Symbole von Pracht und Reichtum dargestellt und auch unser alltäglicher Luxus in Form eines goldenen Smartphones. Im rechten Fenster hingegen sieht man einen Minenarbeiter, der unter Einsatz seines Lebens ohne angemessene Bezahlung Edelmetalle und seltene Erden fördert. Wer diesen Gegensatz auf sich wirken lässt, verspürt vielleicht ein wenig von dem sehnsuchtsvollen Schmerz, den Gott empfinden muss, wenn er auf unser Handeln sieht.
Der aktuelle #monatsspruch ist kein frommer Wunsch. Er ist eine Vision, die ein Ziel vorgibt. Eine Richtung und ein erstrebenswertes Zukunftsbild. Eine Erinnerung daran, dass wir uns das Gute nicht nur wünschen können, sondern dass wir die Welt, in der wir leben, gestalten können. Damit Gerechtigkeit in Strömen fließt.
Mit freundlicher Genehmigung: Stephan Zeipelt / Werkstatt Bibel - oikos Institut