Angedacht im Mai

In Martin Luthers bekannten Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ heißt es am Ende der letzten Strophe: „Das Reich muss uns doch bleiben“. In Zeiten des Umbruchs und Abbruchs drehen einige Menschen in Gedanken diese Worte auch schon mal um: „Was bleibt, muss uns doch reichen.“ Was bleibt? Gerade in Zeiten wie diesen?

Paulus nennt uns in seinem Hohelied der Liebe diese drei: Glaube, Hoffnung, Liebe. Zu sehen als klassisches Seefahrertattoo in einer Schublade des „Bibelturms“ aus der Werkstatt Bibel. Glaube als Kreuz, Liebe als Herz und Hoffnung als Anker. Warum der Anker zu diesem Symbol wurde, sagt uns der #monatsspruch für den #mai2026: „Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unserer Seele.“ (Hebräer 6,19). 

Einen Anker sieht man nicht. Unter der Oberfläche liegt er auf dem Grund des Wassers. Ein Schiff wird in rauer See hin und hergeworfen, ist unruhig, bleibt aber dennoch festgemacht. Es könnte von sich aus nicht an Ort und Stelle bleiben. Hoffnung als Kraft aus einem allein funktioniert nicht auf Dauer. Hoffnung ist nicht Selbstoptimierung. Hoffnung ist Verankerung. Gott als Quelle der Hoffnung ist kein „Reiß dich zusammen“, sondern die Gewissheit, dass er zu uns kommt, ja schon bei uns ist. Und zugleich weiß der hoffende Mensch sich im Hier und Jetzt an der Seite derer, die alle Hoffnung verloren haben.

Wenn Hoffnung, Glaube und Liebe bleiben, reicht das tatsächlich. Dann wird der Mai ein Wonnemonat, in dem gute Früchte reifen...."

Mit freundlicher Genehmigung: Stephan Zeipelt / Werkstatt Bibel - oikos Institut

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