Angedacht im Oktober
Die Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“ ist groß. Das betrifft nicht nur Retro- oder Vintage-Gedanken oder eine so genannte „Ostalgie“, sondern auch viele andere Bereiche, die das Gefühl vermitteln: „Früher war alles besser“. Dabei wünscht sich kaum jemand ernsthaft Zeiten zurück, in denen Autos ohne Katalysatoren fuhren (1993), Frauen nur mit Zustimmung der Männer arbeiten durften (1977) und die Kindersterblichkeit dreimal so hoch war wie heute (1985). Dass es darüber hinaus einige Menschen scheinbar eine Sehnsucht nach diktatorischen Verhältnissen haben, ist sicher darin begründet, dass die Welt unübersichtlich ist und weder Fortschritt noch Konsum die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben stillen können.
Gerade deshalb ist der #monatsspruch für den Oktober so aktuell:
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen. Galater 5,1.
Im Bild ist der zuneigende Gekreuzigte zu sehen. Die 1973 geschaffene Skulptur von Hans Karst verbildlicht Jesu Verbindung zu der Welt. Eine liebevolle Zuneigung zu der Welt und zu uns hin.
Es gibt viele Formen der Knechtschaft. Diktatur, Unterdrückung gehören dazu, eine radikale Gedankenwelt kann dazu werden, aber auch der Konsum und die Versprechen eines ungebremsten Fortschritts können Joch der Knechtschaft sein.
Im Oktober erinnern wir uns an die friedliche Revolution in Deutschland, die in Kirchen begann. Zu Erntedank freuen wir uns an der Versorgung Gottes. Und wir können unseren Blick dem Kreuz zuwenden, zu dem Mann hin, der uns in Liebe begegnet und uns als Einziger wirklich frei macht.
Mit freundlicher Genehmigung: Stephan Zeipelt / Werkstatt Bibel - oikos Institut