"Danke und bleibt von Gott behütet ... " Bettina Fachner zu ihrem Ruhestand

„Danke und bleibt von Gott behütet…“,

sage ich am 10. Mai, wenn ich in einem Festgottesdienst in der Lukaskirche in den Ruhestand verabschiedet werde.

 Nach über 17 Jahren hauptamtlicher Krankenhaus- und Altenheimseelsorge in Enger wechselte ich zum 1. März 2018 in die Philippus-Kirchengemeinde, die mir seit vielen Jahren vertraut war. Den Wechsel hierhin in die dritte Pfarrstelle habe ich bei meiner Einführung am 25. März 2018 als ein „Himmelsgeschenk“ empfunden und bezeichnet. Denn seit August 1989 wohnen wir Fachners im Pfarrhaus in der Kempenstraße, inzwischen ohne unsere beiden erwachsenen Kinder.

Nachdem mein Mann im August 2024 nach 35 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet worden ist, folge ich nun zum 1. Juni. Diese Tatsache fühlt sich noch etwas eigenartig an, da ich meinen Beruf, meine Berufung als Pfarrerin, liebe und mit ganzem Herzen im Dienst bin – aber die zukünftige freie Zeiteinteilung klingt auch sehr charmant…

 Mit einer gefüllten halben Stelle blicke ich nach über acht Jahren Gemeindedienst insgesamt sehr dankbar und erfüllt zurück auf viele gute Begegnungen in Philippus und darüber hinaus. Immer wieder gab es generationsübergreifend ganz verschiedene Veranstaltungen, Gottesdienste, (Vorbereitungs-)Treffen, Sitzungen, Feiern, Feste, Konzerte, Angebote, Telefonate, Besuche und Gespräche. Miteinander haben wir gesprochen, gebetet, in der Bibel gelesen, nachgedacht, geglaubt, gesungen, gelacht, geschmaust, gefeiert und uns gefreut, genauso auch gemeinsam gehofft, geweint, gerungen und Zerbrochenes betrauert. Und das alles in der Spur des christlichen Glaubens mit der biblischen Zusage von Gottes Liebe, Hilfe und Tragkraft.

 Seelsorglich lag mir die Beziehungsarbeit sehr am Herzen. Ich wollte nah am Ohr und Herz vom Gegenüber sein. Auch bei Taufen, Trauungen, Trauerfeiern oder Krankenbesuchen verstand ich mich als Wegbegleiterin und Türöffnerin. Das heißt: Freude, Glück, Genesung und Dank wie Kummer, Klagen, offene Fragen und tiefes Leid habe ich seelsorglich mitgetragen und dabei fürbittend Gott einbezogen. Ich versuchte, transparent zu sein bzw. verbal weiterzugeben, was mich selbst erdet, trägt und stärkt: Gottes Liebe zu uns, wie sie in Jesus Christus sichtbar geworden ist, sein Wort und das Vertrauen zu ihm. In der Liebe zu Jesus habe ich dafür in Predigten, Andachten und geistlichen Impulsen immer wieder gern geworben. Uneingeschränkt konnte und kann ich mich mit unserem großartigen Gemeindeleitsatz identifizieren: „Gemeinschaft erleben, Menschen ermutigen, für Jesus begeistern.“

 Ein anderer dienstlicher Schwerpunkt bestand für mich in der Frauen- und Kinderarbeit, die mir immer sehr viel Freude bereiteten. Dazu gehörten der Kinderkirchenmorgen wie (österliche) Familiengottesdienste und Tauferinnerungsfeste auch mit unseren sieben Kindergärten zusammen, Glaubens- und Lebensthemen gemeinschaftlich zu bedenken und genauso auch schöne Ausflüge mit der Frauenhilfe zu planen. Verbunden immer wieder mit wertschätzendem Gesprächsaustausch und der bewussten Verankerung in Gottes Wort. Damit dieses samt Gemeindenachrichten viele Häuser in Philippus schriftlich erreichte, habe ich beim Gemeindebrief jahrzehntelang mitgearbeitet.

Gern erinnere ich mich auch an fröhliche Feiern, gelungene Gemeindefeste und schöne Jubiläen in unseren Gemeindebezirken Ennigloh-Muckum und Holsen-Ahle, querbeet vom Alter her. Dazu zählten auch andere Höhepunkte wie der jährliche Lichterabend in der Adventskapelle, die köstlichen Frühstückstreffen „½ 10 in Muckum“, der ökumenische Martinsgottesdienst mit Laternenumzug in Holsen-Ahle und das Frauenmahl in der Kreuzkirche.

 Zum Ennigloher CVJM gehörend freue ich mich über alle guten Kontakte, die im Laufe der Jahre auch zu einigen Ortsvereinen gewachsen sind. Viele Gemeindeglieder durfte ich kennen- und schätzen lernen. Liebe Freundschaften sind innerhalb der Gemeinde entstanden, über die ich mich sehr freue.

Ein herzliches und dickes Dankeschön sage ich für das gute geschwisterliche Miteinander im Gemeindealltag, in den verschiedenen Gruppen und Kreisen. Ganz besonders danke ich dem vertrauten KollegInnenkreis und unserem engagierten Presbyterium sowie den haupt- und ehrenamtlich Aktiven: Vielen Dank euch Lieben für die angenehme und unkomplizierte Zusammenarbeit und alles Vertrauen untereinander! Danke allen, die mir freundlich und offen begegnet sind, vertraut haben und/oder mich betend unterstützten.

Bei allem Engagement bitte ich herzlich um Entschuldigung, wenn ich in meinem Dienst jemanden übersehen, mich unaufmerksam verhalten oder etwas versäumt habe.

Auch in unserem zukünftigen Zuhause in Osnabrück werde ich mich gern an Philippus erinnern und fürbittend im Herzen behalten. Für die Zukunft wünsche ich „meiner“ Philippus-Kirchengemeinde in allen Veränderungen und Herausforderungen Gottes begleitenden Segen.

Danke und bleibt von Gott behütet!

Eure Pfarrerin Bettina Fachner

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