Gemeinsam auf gutem Grund: Die Baumeister von heute Der Slam der Gemeindeversammlung

Schau dich mal um.

Nicht nur auf die Wände, nicht nur auf das Dach. Schau auf die Gesichter, auf das Lachen, auf den Krach, den die Jugend im CVJM macht, wenn sie das Leben feiert, während draußen der Wind um den alten Kirchturm eiert.

Wir stehen hier zusammen, eine bunte Mischung aus Gestern und Morgen, mitten im Leben, mit Visionen im Gepäck und ja, auch mit Sorgen.

50 Prozent. Das ist die Zahl, die wie ein dunkler Schatten im Raum steht.

 Ein Beben, das durch den Kirchenkreis Herford geht.

Gebäude, die weichen müssen, Orte, die wir lieben. Was bleibt uns eigentlich, wenn die Abrissbirnen siegen?

Stellt euch unsere Gemeinde wie eine riesige Kiste Lego vor. Jahrzehntelang haben wir gebaut, Stein auf Stein, Tor an Tor.

Da ist unser Kirchturm, weit sichtbar und vertraut, und da ist das Eichenkreuzheim, in dem wir so viel aufgebaut.

Ein Name, der nach Heimat klingt, nach Wurzeln und nach Kraft, ein Ort, der für den CVJM und uns alle Gemeinschaft schafft.

Und dann schaut nach Muckum, auf dieses kleine, helle Licht: Unsere Adventskapelle, die man ein Juwel im Dorfe verspricht. Voll Leben, voll Wärme, ein Ort, der uns zeigt, wie es geht, weil dort ein Förderverein als starke Gemeinschaft zusammensteht.

Menschen, die anpacken, die entwickeln und unterstützen mit Herz, ein Anker im Alltag, ein Trost bei Kummer und Schmerz.

Doch jetzt rüttelt jemand an der Platte, das Modell gerät ins Wanken, und wir fangen an zu grübeln, wir kommen ins Schwanken.

Aber wisst ihr, was das Geniale an Lego ist?

Dass man die Form verändern kann, ohne dass man das Material vermisst.

Vielleicht müssen wir ein paar Wände einreißen, um Platz zu schaffen, um uns als Gemeinschaft neu aufzustellen, uns neu aufzuraffen.

Denn egal wie sehr es wackelt, wir bauen auf gutem Grund. Dieser Boden trägt uns, er ist die Basis, farbenfroh und bunt.

Der Stein – das bist du. Das bin ich. Das ist der Glaube, der uns hält, ganz egal, wo am Ende unsere Bauplatte in der Welt steht.

Wir wissen noch nicht, wo die Reise hingeht, das ist wahr. Die Bauanleitung ist weg, der Plan nicht ganz klar.

Wie bekommen wir das Geld? Wie retten wir unsere Räume?

Wie bewahren wir uns trotz der Krise unsere Träume?

Die Antwort liegt nicht in den Steinen, die wir besitzen, sondern in den Menschen, die hier mitten im Leben in den Reihen sitzen.

Ob du aus der Stadt kommst oder vom Dorf ganz nah, ob du die Adventskapelle liebst oder den Kirchturm sahst.

Ob du als Frau unsere Kreise prägst oder in der Männergruppe stehst, ob du als Mensch Verantwortung trägst und neue Wege gehst.

Ob du als Kind hier spielst und lachst, oder als Senior seit Jahrzehnten dieses Dorf erst wertvoll machst.

Wir brauchen deine Idee, dein Gebet, deine Hand, wir bauen ein neues Netzwerk, ein lebendiges Band.

Wir stehen auf gutem Grund, fest verwurzelt und bereit, für eine neue Form der Kirche in dieser neuen Zeit.

Also lasst uns die Steine neu sortieren, mutig und frei.

Vom Förderverein bis zur Jugendalle sind dabei. Wir bauen nicht für die Statistik, wir bauen für das Licht, das durch jede Ritze unserer neuen Mauern bricht.

Gott liefert das Fundament, die Liebe ist der Leim, und in dieser neuen Form finden wir unser Heim.

Die Baustelle ist eröffnet, der Geist ist der Wind in unserem Rücken, lasst uns gemeinsam die Brücken von morgen bestücken.

Pack mit an, bring dich ein, vertrau auf den, der uns führt.

Hast du die Kraft dieser Gemeinschaft schon gespürt?

Der Plan entsteht beim Gehen, im Vertrauen, im Gebet, weil diese Gemeinde niemals wirklich untergeht.

Guck dir deine Hände an, fühl den Stein, die Vision, die Ruh.

Wir bauen auf gutem Grund

und jeder Baumeister bist auch du!

 

 Stefanie Rieke, 22.03.2026

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