Lobpreisseminar mit Daniel Harter Seminar und Konzert in der Kreuzkirche

„Gott danke sagen durch Lieder“

Lobpreis-Workshop der Pop-Akademie in Bünde

 

BÜNDE — „Wir loben Gott nicht für das, was er tut, sondern für das, was er ist.“ Daniel Harter, als freiberuflicher „Musik-Missionar“, Lobpreisleiter und Referent für Lobpreis-Seminare beschreibt so sein Verständnis von dieser Form der christlichen Musik, die unter den Begriffen „Lobpreis“ oder „Worship“ in etlichen freien und in landeskirchlichen Gemeinden praktiziert wird. Daher, so sagt er, kann man Gott auch dann loben, wenn es einem nicht gut geht. Auf Einladung der Evangelischen Pop-Akademie mit Hauptsitz in Witten hielt Harter am Samstag, dem 24. Januar im Gemeindezentrum Kreuzkirche der Bünder Philippus-Gemeinde einen Workshop zur Gestaltung von Lobpreis und Anbetungszeiten. Organisiert hatte den Tag Burkhard Leich, Bildungsreferent der Pop-Akademie und zuständig für populärmusikalische Bildungsarbeit im Kirchenkreis Herford.

Bild: Daniel Harter

Daniel Harter wohnt in Gummersbach und ist seit über 20 Jahren in Sachen Lobpreis und Musik unterwegs. Vor den 28 Seminarteilnehmern, die aus landeskirchlichen und freien Gemeinden der näheren und weiteren Umgebung an diesem Samstag nach Bünde gekommen sind, verdeutlicht er sein Verständnis von Lobpreis anhand der Geschichte von Paulus und Silas im Gefängnis. Die Apostelgeschichte erzählt, dass sie trotz Folter und Inhaftierung Gott loben, sich die Türen des Gefängnisses öffnen und der Kerkermeister Christ wird. „Sie vergehen nicht in Selbstmitleid, sondern treffen die Entscheidung, Gott zu loben. Nicht die Glücklichen sind dankbar, sondern die Dankbaren sind glücklich“, sagt Harter. Lobpreis verändere den Menschen, der lobe, aber auch andere, betont er, und Anbetung sei nicht nur etwas für den Sonntagmorgen, sondern solle sich durch das ganze Leben ziehen.

Bild: Daniel Harter

Lobpreis und Anbetung, das zeigt ihm der Blick in die Bibel, ist fest im jüdischen und christlichen Glauben verankert. Der Tanz Davids vor der Bundeslade, das Lied Miriams nach dem Durchzug durch das Schilfmeer und etliche Stellen im Neuen Testament zeigten, dass Worship keine amerikanische Erfindung sei, sondern schon immer vorhanden gewesen sei. Von Jesus werde zwar nur an einer Stelle berichtet, dass er gesungen habe, doch habe er als Teilnehmer an den Synagogengottesdiensten Gott selbstverständlich gepriesen, erklärt Harter den Seminarteilnehmern.

Für Harter, der im weiteren Verlauf des Workshops vor allem auf praktische Fragen eingeht, bedeutet Lobpreis „Gott danke sagen durch Lieder“. Insofern sieht er neben den biblischen Sängern auch Dichter wie Paul Gerhardt in dieser Traditionslinie: „Die Formen ändern sich, aber es sind die gleichen Inhalte.“ Dass sich seit rund 20 Jahren eine Lobpreis-Kultur etabliert hat und Sacro Pop und neues geistliches Lied abgelöst hat, deutet er als Suche der Gläubigen nach stärkerer Emotionalität. „Insbesondere junge Menschen wollen Gott erleben“, erklärt er das Phänomen, Auf die häufig geäußerte Kritik, dass in den Lobpreislieder alte Metaphern wie „König“ verwendet werden, reagiert er mit dem Verweis auf die Bibel, die diese Bilder vorgebe.

Bild: Daniel Harter

Er sieht aber auch, dass es viele Wiederholungen gibt und sich manche Motive und Formen im Lobpreis erschöpft hätten. „Das musikalische Spektrum auch in den einschlägigen Liederbüchern wird aber weiter, und es werden auch Songs aufgenommen, die außerhalb des klassischen Lobpreisschemas sind“, sagt Harter, der mitverantwortlich für das Liederbuch „Feiert Jesus“ ist. Im Anschluss an das Seminar gestaltete Harter in der Kreuzkirche einen offenen Lobpreisabend, zu dem sich rund 60 Menschen einfanden.

Für Burkhard Leich ist der Zuspruch zu diesem ersten Seminar in der Kooperation von Pop-Akademie und einer Gemeinde im Kirchenkreis Herford ein Erfolg. „Wir wollen mit unseren Veranstaltungen, die auch andere Stile und Themen als Lobpreis umfassen, dorthin gehen, wo stark engagierte Gemeinden sind, und Verknüpfungen über Gemeinde- und Kirchenkreisgrenzen hinaus schaffen“, sagt er.  Neben Witten sollen daher auch Orte wie Bünde, Herford oder Münster verstärkt für die popmusikalische Arbeit genutzt werden. Angebote der Pop-Akademie sind zu finden unter www.ev-pop-institut.de.

 

 

Bilder:

David Harter

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